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Einsteiger-Ratgeber

Hühner halten für Anfänger: Alles, was du vor dem Start wissen musst

Eigene Hühner sind weniger Arbeit, als viele denken, aber mehr Verantwortung, als manche glauben. Diese Übersicht führt dich durch Pflichten, Ausstattung und Kosten, damit du gut vorbereitet startest.

Alexander Plöger
Über mich
Aktualisiert am 4 Min. Lesezeit
Mehrere braune Legehennen laufen neugierig durch einen eingestreuten Auslauf neben einem Holzstall

Pflichten vor dem Start

Hühner sind in Deutschland Nutztiere. Auch wenn du nur drei Hennen im Garten hältst, gelten deshalb ein paar Regeln:

  1. 1
    Beim Veterinäramt anmelden

    Die Haltung ist schon ab dem ersten Huhn anzeigepflichtig. Zuständig ist das Veterinäramt deines Landkreises oder deiner Stadt.

  2. 2
    Bei der Tierseuchenkasse melden

    Jedes Bundesland hat eine eigene Tierseuchenkasse. Der Jahresbeitrag für ein paar Hühner ist gering.

  3. 3
    Gegen Newcastle-Krankheit impfen

    Die Impfung ist für alle Hühnerhalter Pflicht. Kaufst du Junghennen vom Züchter, sind sie oft schon geimpft. Lass dir das bestätigen und frag nach der Auffrischung.

  4. 4
    Bestandsregister führen

    Notiere, wann du wie viele Tiere von wem bekommen hast und wohin Tiere abgegeben wurden. Ein einfaches Heft genügt.

Vorher klären: Wenn du zur Miete wohnst, frag deinen Vermieter. Wirf außerdem einen Blick in den Bebauungsplan und sprich mit den Nachbarn. Das erspart später viel Ärger.

Wie viele Hühner, welche Rasse?

Mindestens drei. Hühner sind Herdentiere und fühlen sich allein oder zu zweit nicht wohl. Für eine Familie sind vier bis sechs Hennen ein guter Start. Einen Hahn brauchst du nur, wenn du Küken willst. Ohne Hahn legen die Hennen genauso viele Eier.

TypEier pro JahrGut zu wissen
Legehybridenbis etwa 300Sehr legefreudig, zutraulich, aber nach zwei bis drei Jahren deutlich weniger Eier
Rassehühneretwa 150 bis 200Leben oft länger, große Auswahl an Farben und Größen
Zwerghühneretwa 100 bis 160Brauchen weniger Platz, kleinere Eier

Am besten kaufst du Junghennen mit etwa 18 bis 20 Wochen bei einem Geflügelhof oder Züchter in deiner Nähe. Dort kannst du die Tiere ansehen und bekommst die Impfnachweise.

Ausstattung: deine Checkliste

Alles, was du vor dem Einzug der Hühner brauchst. Die Links führen zur Suche bei Amazon, damit du Preise vergleichen kannst.

  • StallPflicht

    Groß genug für deine Gruppe. Welcher Typ passt, zeigt der Stall-Ratgeber.

    Ansehen*
  • Automatische HühnerklappeEmpfohlen

    Schützt nachts vor Fuchs und Marder. Mehr im Klappen-Ratgeber.

    Ansehen*
  • FutterautomatPflicht

    Hält das Futter trocken und sauber. Modelle mit Trittplatte halten Ratten und Spatzen fern.

    Ansehen*
  • TränkePflicht

    Eine Stülptränke oder Nippeltränke. Für den Winter lohnt ein Tränkenwärmer.

    Ansehen*
  • Legehennen-AlleinfutterPflicht

    Pellets oder Mehl als Hauptfutter. Körner nur als Zugabe am Nachmittag.

    Ansehen*
  • Grit und MuschelkalkPflicht

    Grit hilft beim Zerkleinern im Magen, Kalk sorgt für feste Eierschalen.

    Ansehen*
  • Einstreu

    Hobelspäne, Hanf- oder Strohhäcksel. Staubarm und saugfähig sollte sie sein.

    Ansehen*
  • Zaun oder Geflügelnetz

    Hält die Hühner im Auslauf und tagsüber Füchse draußen. Ein Netz ist schnell versetzt.

    Ansehen*
  • Kieselgur

    Feines Pulver gegen Milben, für Stall und Sandbad.

    Ansehen*

Was kosten Hühner?

Die größte Ausgabe ist der Start. Ein solider Stall mit Klappe und Zubehör kostet je nach Größe und Material einige Hundert Euro, ein hochwertiger Kunststoffstall auch deutlich mehr. Junghennen kosten beim Züchter meist zwischen 15 und 30 Euro pro Tier.

Laufend fällt vor allem Futter an. Eine Legehenne frisst etwa 120 Gramm am Tag, also rund 45 Kilogramm im Jahr. Dazu kommen Einstreu, Grit, die Impfung und der Beitrag zur Tierseuchenkasse. Rechne grob mit 40 bis 70 Euro pro Huhn und Jahr, je nach Futterqualität.

Eier zum Selbstkostenpreis? Eher nicht. Eigene Eier sind meist teurer als Eier aus dem Supermarkt. Du weißt aber, wie deine Hühner leben.

Der Alltag mit Hühnern

  1. 1
    Täglich

    Futter und Wasser prüfen, Eier einsammeln, abends nachsehen, ob alle im Stall sind. Etwa zehn Minuten.

  2. 2
    Wöchentlich

    Kotbrett oder Schublade leeren, Tränke reinigen, Nester frisch einstreuen.

  3. 3
    Monatlich

    Stall gründlich auf Milben kontrollieren. Ein weißes Tuch über Nacht unter der Sitzstange zeigt, ob sich etwas bewegt.

  4. 4
    Im Urlaub

    Eine Nachbarin oder ein Nachbar schaut täglich vorbei. Mit Futterautomat, großer Tränke und automatischer Klappe reicht das meist.

Häufige Fragen

Muss ich meine Hühner anmelden?

Ja, schon ab dem ersten Tier. Du meldest sie beim zuständigen Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse deines Bundeslandes an.

Brauche ich einen Hahn, damit die Hühner Eier legen?

Nein. Hühner legen auch ohne Hahn. Ein Hahn ist nur nötig, wenn du Küken ausbrüten lassen willst, und er sorgt in Wohngebieten schnell für Ärger mit den Nachbarn.

Wie alt werden Hühner?

Hühner können sechs bis zehn Jahre alt werden, Legehybriden oft weniger. Die Legeleistung lässt schon nach zwei bis drei Jahren nach. Überleg dir vorher, was mit älteren Hennen passieren soll.

Darf ich in meinem Garten Hühner halten?

In den meisten Wohngebieten ist eine kleine Hobbyhaltung erlaubt. Prüfe trotzdem den Bebauungsplan, frag als Mieter den Vermieter und sprich vorher mit den Nachbarn.

Locken Hühner Ratten an?

Offen herumliegendes Futter schon. Ein Futterautomat mit Trittplatte und abends weggeräumte Essensreste helfen am meisten.