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Ratgeber

Hühner im Winter: So kommen deine Hühner gut durch die kalte Zeit

Hühner frieren weniger, als viele denken. Gefährlich wird der Winter vor allem durch Nässe, Zugluft und gefrorenes Wasser. Hier erfährst du, worauf es von November bis März ankommt.

Alexander Plöger
Über mich
Aktualisiert am 6 Min. Lesezeit

Wie viel Kälte vertragen Hühner?

Gesunde, ausgewachsene Hühner kommen mit Minusgraden gut zurecht. Ihr Federkleid hält die Körperwärme wie eine Daunenjacke, und auf der Sitzstange plustern sie sich auf und wärmen sich gegenseitig. Auch zweistellige Minusgrade sind für die meisten Rassen kein Problem, solange der Stall trocken und zugfrei ist.

Schwierig wird es bei Nässe. Nasses Gefieder isoliert kaum noch, und feuchte Stallluft lässt Kämme und Kehllappen erfrieren. Achte deshalb mehr auf trockene Luft als auf die Temperatur.

Ausnahmen: Junge Küken, kranke oder frisch gemauserte Tiere und Rassen mit sehr großem Kamm (zum Beispiel Leghorn) sind empfindlicher. Bei ihnen lohnt sich an frostigen Tagen ein genauerer Blick.

Muss der Hühnerstall geheizt werden?

Nein, in aller Regel nicht. Eine Heizung schadet sogar oft mehr, als sie nützt:

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    Kondenswasser

    Warme Luft nimmt die Feuchtigkeit aus Atem und Kot auf und schlägt sie an kalten Wänden nieder. Der Stall wird feucht, Einstreu und Holz schimmeln.

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    Temperaturschock

    Hühner, die nachts im Warmen sitzen, frieren tagsüber im Auslauf deutlich stärker. Ihr Körper kann sich nicht an die Kälte gewöhnen.

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    Brandgefahr

    Wärmelampen in Stroh und Hobelspänen sind eine der häufigsten Ursachen für Stallbrände.

Viel wichtiger ist ein Stall ohne Zugluft auf Höhe der Sitzstangen, eine dicke Schicht Einstreu und gute Belüftung im oberen Bereich.

Lüften ohne Zugluft

Der Stall braucht auch im Winter frische Luft. Sonst sammeln sich Feuchtigkeit und Ammoniak aus dem Kot, und das reizt die Atemwege. Die Lüftungsöffnungen sollten oberhalb der Sitzstangen liegen. So zieht die feuchte Luft nach oben ab, ohne dass die Hühner im Luftzug sitzen.

Ein einfacher Test: Riecht es beim Öffnen der Stalltür stechend nach Ammoniak, oder sind morgens die Fenster innen beschlagen, ist zu wenig Luftaustausch. Ein günstiges Hygrometer* im Stall zeigt dir die Luftfeuchtigkeit. Dauerhaft über 70 bis 80 Prozent ist zu viel.

Kammfrost vorbeugen: Trockene Luft ist der beste Schutz. Manche Halter reiben große Kämme bei starkem Frost zusätzlich dünn mit Vaseline ein. Schwarze oder weiße Stellen am Kamm sind Erfrierungen und sollten nicht aufgekratzt werden.

Die Tränke frostfrei halten

Wasser ist im Winter das größte Problem. Hühner trinken auch bei Kälte, und schon nach einem Tag ohne Wasser sinkt die Legeleistung deutlich. Diese Lösungen haben sich bewährt:

LösungVorteilNachteilAngebote
Tränkenwärmer (Heizplatte)
Empfehlung
Die Tränke steht darauf und friert nicht ein, auch bei starkem FrostBraucht Strom in StallnäheAnsehen*
Beheizbare TränkeHeizung schon eingebaut, eine EinheitTeurer, Strom nötigAnsehen*
Zwei Tränken im WechselKein Strom nötigMorgens und nachmittags tauschen, die gefrorene drinnen auftauenAnsehen*
Flache GummischaleEis lässt sich herausklopfen, Schale geht nicht kaputtVerschmutzt schnell, mehrmals täglich nachfüllenAnsehen*
Nippeltränken frieren besonders schnell ein und sind im Winter ohne Heizung kaum zu gebrauchen.

Futter im Winter

Um warm zu bleiben, brauchen Hühner im Winter mehr Energie. Das Legehennen-Alleinfutter bleibt die Grundlage und sollte immer verfügbar sein. Dazu kommen ein paar Ergänzungen:

  • Körner am Nachmittag: Eine Handvoll Weizen oder Mais am späten Nachmittag. Die Verdauung über Nacht wärmt von innen.
  • Grünfutter ersetzen: Im Winter fehlt das frische Grün im Auslauf. Kohl, Möhren, Rote Bete oder ein aufgehängter Salatkopf schaffen Ersatz und Beschäftigung.
  • Grit und Muschelkalk weiter anbieten, auch wenn gerade wenig gelegt wird.

Ein warmer Brei aus Legemehl und etwas warmem Wasser ist an sehr kalten Morgen eine schöne Ergänzung. Ein Muss ist er nicht.

Warum legen Hühner im Winter weniger?

Hühner legen vor allem dann, wenn die Tage lang sind. Fällt das Tageslicht unter etwa 12 bis 14 Stunden, legen viele Hennen deutlich weniger oder machen ganz Pause. Dazu kommt im Herbst die Mauser, in der die Tiere ihr Gefieder erneuern und ihre Kraft dafür brauchen.

Diese Winterpause ist natürlich und gönnt dem Körper Erholung. Mit einer Lampe im Stall lässt sich der Tag künstlich verlängern. Für Hobbyhalter empfehlen wir das nicht: Die Hennen legen dann zwar weiter, verbrauchen aber auch schneller ihre Reserven.

Auslauf, Schnee und Stallpflicht

Hühner dürfen und sollen auch im Winter raus. Viele mögen aber keinen Schnee unter den Füßen und bleiben lieber im Stall. Schaufle ein Stück frei oder streu etwas Stroh auf den Schnee, dann trauen sie sich eher hinaus. Ein überdachter Bereich mit trockenem Sand gibt ihnen außerdem einen Platz für das Sandbad.

Geflügelpest beachten: Im Herbst und Winter ordnen Landkreise bei Fällen von Vogelgrippe oft eine Stallpflicht an. Dann müssen auch Hobbyhühner im Stall oder in einem rundum abgedeckten Auslauf bleiben. Ob in deinem Landkreis gerade eine Stallpflicht gilt, erfährst du auf der Website deines Veterinäramts.

Plane deshalb am besten jetzt schon, wie du deinen Auslauf im Ernstfall mit einem Netz oder Dach abdecken kannst. Ein ausreichend großer Stall hilft ebenfalls, wenn die Tiere mehrere Wochen drinnen bleiben müssen. Wie viel Platz nötig ist, zeigt der Stallrechner im Ratgeber Hühnerstall kaufen.

Den Stall winterfest machen

Am besten erledigst du das im Oktober oder November, bevor der erste Frost kommt:

  • Dicht machen, aber lüftenWichtig

    Ritzen auf Höhe der Sitzstangen abdichten, Lüftungsöffnungen oben frei lassen.

  • Einstreu dicker machenWichtig

    10 bis 15 Zentimeter halten den Boden warm und trocken.

    Ansehen*
  • Sitzstangen prüfen

    Breite, flache Stangen (etwa 4 bis 5 Zentimeter) sind ideal. Die Hühner bedecken im Sitzen ihre Zehen mit dem Gefieder.

  • Tränkenwärmer bereitstellen

    Vor dem ersten Frost aufstellen und testen, nicht erst, wenn das Wasser gefroren ist.

    Ansehen*
  • Hühnerklappe kontrollieren

    Schiebetüren können festfrieren und Batterien schwächeln bei Kälte. Tipps dazu im Klappen-Ratgeber.

  • Abdeckung für den Auslauf

    Für den Fall einer Stallpflicht: ein Volierennetz oder eine Plane griffbereit haben.

    Ansehen*

Häufige Fragen

Ab wie viel Grad wird es für Hühner zu kalt?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Gesunde Hühner in einem trockenen, zugfreien Stall vertragen auch Temperaturen deutlich unter null. Kritisch sind vor allem Nässe und Zugluft, nicht die Kälte selbst.

Brauchen Hühner im Winter eine Wärmelampe?

Erwachsene Hühner nicht. Wärmelampen erhöhen die Brandgefahr und machen den Stall feucht. Nur Küken brauchen eine Wärmequelle, am besten eine Wärmeplatte statt einer Lampe.

Wie oft muss ich im Winter nach der Tränke sehen?

Ohne Tränkenwärmer mindestens morgens und am frühen Nachmittag. Mit Wärmer reicht ein täglicher Blick, ob die Tränke voll und sauber ist.

Dürfen Hühner bei Schnee nach draußen?

Ja. Lass die Klappe offen und die Hühner selbst entscheiden. Viele bleiben anfangs drinnen und gewöhnen sich nach ein paar Tagen an den Schnee. Ausnahme ist eine behördliche Stallpflicht.

Soll ich im Winter mehr füttern?

Hühner brauchen bei Kälte mehr Energie und fressen von selbst etwas mehr. Sorg dafür, dass das Alleinfutter nie ausgeht, und gib am Nachmittag eine Handvoll Körner dazu.

Fazit

Trocken, zugfrei und immer Wasser: mehr brauchen Hühner im Winter nicht

Heizen ist unnötig. Kümmere dich um gute Lüftung oben, dicke Einstreu unten und eine Tränke, die nicht einfriert. Dann kommen deine Hühner gesund durch den Winter und legen im Frühjahr wieder fleißig.

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